Ausbildung

Der Bezug zum Berufsfeld bildete 2024 einen der Schwerpunkte bei der Ausbildung der Studierenden. Grosse Bedeutung kommt dabei der berufs­praktischen Ausbildung zu. In diesem Bereich arbeitet die PH Zürich mit über 90 Kooperations­schulen zusammen – ein Netzwerk, das im Berichts­jahr mit dem zweiten Netz­werktag gestärkt wurde. Den verstärkten Bezug zur Berufspraxis widerspiegeln auch die weiter­entwickelten Studien­gänge für Quer­einsteigende mit Hochschul­abschluss. Der Fokus liegt neu auf einer zunehmend individua­lisierten und berufsintegrierten Ausbildung. Entsprechend unterrichten die Studierenden schon ab dem zweiten Studienjahr in einer eigenen Klasse. Erfreulich haben sich im Berichts­jahr auch die Studierenden­zahlen entwickelt: Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Anzahl Neu­eintritte um rund 8 Prozent.

Kennzahlen

Highlights

Noch früher in den Lehrberuf einsteigen

Die Erwartungen an ein Studium haben sich gewandelt – die weiter­entwickelten Studiengänge Quest PH Zürich für Hochschul­absol­ventinnen und -absolventen tragen diesen Verän­derungen Rechnung. Der Fokus liegt dabei auf einer stark individu­alisierten und berufs­integrierten Ausbildung. Entsprechend unterrichten die Studierenden künftig bereits ab dem zweiten Studienjahr zu 35 bis 60 Prozent eines Vollzeit­pensums in einer eigenen Klasse. Ein Team aus Expertinnen und Experten begleitet und unterstützt sie dabei. Je nach Zielstufe – Kindergarten- und Unterstufe, Primarstufe oder Sekundarstufe I – setzen die Studien­angebote leicht unterschied­liche Schwerpunkte. Voraus­setzungen zur Zulassung zu einem der Studiengänge Quest PH Zürich sind ein Hochschul­abschluss, ein Mindestalter von 27 Jahren sowie Berufs­erfahrung. Die Studieren­den bringen somit vielfältige Erfahrungen und Expertise aus anderen Berufen sowie aus ihrem bereits abgeschlossenen früheren Hochschul­studium mit. Sie profitieren dabei gegenseitig von ihrem Wissen sowie vom Know-how der Expertinnen und Experten der PH Zürich. Um das Studium auf die Bedürfnisse der Studierenden auszurichten, gestalten diese die Inhalte und Schwerpunkte mit. Ein wesentlicher Teil des Studiums besteht aus verschiedenen Workshop-Formaten und Selbst­studium mit sogenanntem Blended Learning. Dabei ergänzen sich digitale Angebote und Lehr­veranstal­tungen vor Ort an der PH Zürich.

Mit Berufslehre mittels Aufnahme­verfahren Lehrperson werden

Die PH Zürich entwickelte 2023 für Personen, die ohne Lehrdiplom an einer öffentlichen Schule im Kanton Zürich unterrichten, ein Sur-Dossier-Aufnahme­verfahren. Zugang dazu hatte ausschliess­lich diese Personen­gruppe. Nun wurde das Aufnahme­verfahren weiterentwickelt: Neu steht es allen Personen, die über eine mindestens dreijährige Berufs­lehre und drei Jahre Berufs­erfahrung verfügen sowie mindestens 27 Jahre alt sind, offen. Ebenfalls zur Anmeldung zugelassen sind Personen, die eine Handels-, Informatik- oder Fach­mittel­schule abge­schlossen haben. Im Rahmen des Auf­nahme­verfahrens wird für die Zulassung zum Studium die Studier­fähigkeit dieser Personen ermittelt. Dabei sind in einem schriftlichen Prüfungs­teil unter anderem eine Text- und Daten­analyse vorzunehmen, der mündliche Teil besteht aus einer Präsentation und einem Interview. Wer das Aufnahme­verfahren besteht, ist zu den Studien­gängen der PH Zürich für die Volks­schulstufe zugelassen: Kinder­garten- und Unter­stufe, Primarstufe sowie Sekundarstufe I.

Förderung der überfachlichen Kompetenzen

Überfachliche Kompetenzen und die Arbeit an der eigenen Persönlich­keit erhalten in der Ausbildung künftig grösseres Gewicht. Dabei geht es darum, die angehenden Lehr­personen noch besser auf den Umgang mit den facetten­reichen Heraus­forderungen ihres Berufs vorzubereiten. Diese können ein Grund sein für einen Ausstieg aus dem Beruf, die Reduktion des Arbeits­pensums oder gar für ein Burn-out. Auf der Primar­stufe wurden dazu im Berichts­jahr zwei neue sogenannte Orientierungs­module eingeführt. Das erste Modul richtet den Fokus auf die Förderung von sozialen und trans­kulturellen Kompetenzen. Dabei wird beispiels­weise der Umgang mit beschränkten Ressourcen oder der Respekt gegenüber Anders­denkenden thematisiert, was zukünftigen Lehr­personen gerade im Umgang mit Schülerinnen und Schülern, Eltern sowie Kolleginnen und Kollegen zugute­kommt. Das zweite Modul stellt die Persönlich­keit der Studierenden ins Zentrum. Die Studierenden bearbeiten über ein Semester lang eine individuelle Frage­stellung – beispiels­weise zu einem Thema aus dem Bereich des Selbst­managements.

Forschen und Fragen zu Kunst und Kunstpädagogik

Interessierte aus den Bereichen Fach­didaktik Künste und Kunst­pädagogik aus der Schweiz, Deutschland und Österreich setzten sich gemeinsam mit fach­spezifischen Frage­stellungen und Forschungs­schwer­punkten aus­ein­ander. Zudem ermög­lichten sie Ein­blicke in aktuelle Forschungs­projekte.

Voneinander und miteinander lernen

Knapp 100 PHZH-Studierende absolvierten im Berichtsjahr ein Semester an einer der Partner­universitäten der PH Zürich. Dabei befassten sie sich unter anderem mit den Gemeinsam­keiten und Unterschieden der entsprechenden Bildungs­systeme. Nahezu ebenso viele ausländische Studierende verbrachten ein Semester oder besuchten ein Kurz­programm wie die Summer School an der PH Zürich.

Starkes Netzwerk mit dem Schulfeld

Am zweiten Netzwerk­tag im Spätherbst wurde das in den letzten zwei Jahren aufgebaute Netzwerk mit Kooperations­schulen, Studierenden und weiteren Akteurinnen und Akteuren aus dem Schul- und Bildungs­bereich gefeiert und weiter gestärkt.

«In den Quest-Gruppen sind wir Quer­einsteigenden unter uns. Die Dozierenden gehen gezielt auf unsere Bedürf­nisse ein und bereiten uns effizient und praxis­orientiert auf den Schulalltag vor.»

Tim Good

Student Quest PH Zürich – Sekundarstufe I

Projekte

Auswahl

Netzwerk Fachdidaktik Religionen, Kulturen, Ethik

Das Netzwerk verfolgt zusammen mit der PH Freiburg das Ziel, die Fach­didaktiken der Religions­kunde und der Ethik als wissen­schaftliche Dis­ziplinen zu stärken. Daraus gehen Ent­wicklungs- und For­schungs­projekte hervor, deren Resultate in den regionalen, nationalen und inter­nationalen Diskurs einfliessen.

Events

Auswahl

06.
Januar
2024

Einblicke in Studienangebot und -alltag

An 19 Info­veranstal­tungen, vier Messen, sieben Besuchs- und Profil­wahl­tagen und neun Besuchen von Gymnasien, Berufs- und Fach­mittel­schulen erhielten Interessierte Einblick in Studien­möglich­keiten und Studien­alltag. Der Auftakt war am 06. Januar.

01.
Juni
2024

Musik und Tanz und vieles mehr

Die Didaktiken Künste – Musik, Tanz, Theater, Bild­nerisches Gestalten, Textiles und Tech­nisches Gestalten – öffneten ihre Ateliers, Probe­räume und Werk­stätten, Interessierte erhielten Einblick in viel­fältige Produkte und Produk­tionen.

03.
Dezember
2024

Bedeutsame Faktoren für Lernerfolg

John Hattie, Pädagoge und Autor der welt­weit ange­sehenen soge­nannten «Hattie-Studie» hielt einen Online-Vortrag für Studierende und Mitar­beitende.

Ausblick

Neue Lehrformen

Mit 360-Grad-Kameras können in Studium und Lehre neu immer­sive Videos erstellt werden. Diese ver­mitteln das Gefühl, Teil der Szene zu sein, und erlauben damit neue Lehr­formen.

Studierendenadministration

Studierende können online ihren Studien­verlauf zunehmend eigen­ständig planen und admini­strieren.

Publikationen

Auswahl

Hep Verlag

This Is My Story.

This Is My Story.

Biographical and Autobiographical Narratives in English Language Teaching

Michael C. Prusse; Nikola Michael Mayer

Hep Verlag

4K und künstliche Intelligenz.

4K und künstliche Intelligenz.

Auswirkungen auf die Unterrichts- und Prüfungskultur

Dominic Hassler; Saskia Sterel; Manfred Pfiffner

Waxmann Verlag

Lernen in Schule und Hochschule.

Lernen in Schule und Hochschule.

Kooperationen und ihre Bedeutung in den Schul- und Berufspraktischen Studien

Michael Ruloff; Corinne Wyss; Tobias Leonhard (Hg.)

Schulverlag plus

Spuren und Erinnerungen.

Spuren und Erinnerungen.

Erzählen, was damals geschah
Dossier Weitblick NMG

Autor:innenteam mit Beatrice Kümin