Vorwort
Regierungsrätin

Silvia Steiner:
Wachstum anders denken

Der Erfolg der Fachhoch­schulen ist unübersehbar: Die Studierenden­zahlen und auch die Zahl der Hochschul­gebäude wachsen im ganzen Kanton. Wir sprechen längst nicht mehr in der Einzahl von «Campus», sondern im Plural. Die Campusse Europa­allee und Toni-Areal sowie die Campusse in Winterthur und Wädenswil sind Wahrzeichen der Erfolgs­geschichte von PHZH, ZHAW und ZHdK. Der Kanton hat viel investiert in den letzten Jahrzehnten – in Vorlesungssäle, Labors und Bibliotheken.

Für Aussenstehende mag dieses Wachstum manchmal unkoordiniert wirken. Doch dem ist nicht so. Es gibt einen Master­plan. Dieser trägt den etwas ver­waltungs­technischen Namen «Teil­portfolio­strategie». Diese Strategie zeigt die über­geordnete und ganz­heitliche Entwicklung von PHZH, ZHAW und ZHdK an den drei Standorten Winterthur, Wädenswil und Zürich auf. Sie hilft, lang­fristig Flächen zu sichern und die Prio­ritäten richtig zu setzen.

Heute stehen wir an einem Punkt, an dem wir die Prioritäten in der Strategie neu ordnen müssen. Dies nicht zuletzt aufgrund der aktuellen Finanzlage des Kantons. Neben dem quantitativen Wachstum ist heute auch vermehrt qualitatives Wachstum gefragt. Es sind Lösungen gesucht, die mit den vorhandenen Mitteln das Beste herausholen. Dazu beitragen können Ideen, wie Lehr- und Lern­prozesse unab­hängiger von Räumen gestaltet werden können.

Es ist wichtig, immer wieder zu betonen, dass Investi­tionen in die Bildung allen zugute­kommen.

In Zukunft lautet die Frage also nicht in erster Linie «wie viel», sondern eher «in welcher Form» die Fach­hoch­schulen im Kanton Zürich wachsen sollen. Denn mindestens so wichtig wie die Menge an Ressourcen ist die Art und Weise, wie wir mit diesen umgehen. Ziel ist es, dass wir sie effektiv und effizient einsetzen. Damit PHZH, ZHAW und ZHdK weiterhin nahe an Gesell­schaft und Arbeits­welt forschen und lehren können. Damit sie weiterhin wertvolle Quer­verbindungen zwischen der Berufs­bildung, den Unter­nehmen und den Hoch­schulen ermöglichen.

Ich werde mich auch in Zukunft mit Herzblut für den Bildungs­bereich einsetzen. Es ist wichtig, immer wieder zu betonen, dass Investitionen in die Bildung allen zugute­kommen – insbesondere auch der Wirtschaft. Eine attraktive Infra­struktur ist ein wichtiger Baustein, um den Fachkräfte­mangel zu bekämpfen und die Zahl der Absol­ventinnen und Absol­venten in den ent­sprechenden Bereichen zu erhöhen.

Wichtig ist auch, dass die Hochschulen selbst entscheiden können, wie sie wachsen wollen. Dazu braucht es durchdachte Strategien, um sich fit zu machen für die Zukunft. Wenn wir Wachstum neu denken, können die Fach­hoch­schulen ihre Erfolgs­geschichte auch unter erschwerten Bedingungen weiterschreiben.

Die Jahresrechnungen von PHZH, ZHAW und ZHdK wurden erstmals von den neu eingesetzten Finanz- und Risiko-Komitees beurteilt. Der Fach­hoch­schul­rat beantragt dem Regierungs­rat die Verabschiedung der Jahresberichte.

Dr. Silvia Steiner
Regierungsrätin und Präsidentin des Fachhochschulrats