Vorwort
Fachhochschulrat
Jahresberichte öffentlicher Institutionen sind Rückblicke zum Zweck der Rechenschaftslegung. Sie verbinden Vergangenheit – das vergangene Jahr – mit Zukunft, weil Zukunft immer irgendwie eine Fortsetzung des Vergangenen ist. Aber nicht immer sind die alten Herausforderungen auch die neuen und nicht immer sind die alten Lösungen auch zukunftstauglich. Die einzige Konstante sei deshalb die Veränderung – so der griechische Philosoph Heraklit.
An der PH Zürich hat sich 2024 vieles verändert: im Kleinen und Alltäglichen, bei den Studierenden, beim Personal, in der Hochschulleitung … Neue Studierende haben ihre Ausbildung aufgenommen; viele Studierende haben die PH Zürich mit einem Lehrdiplom in Richtung Schulen verlassen. Die PH Zürich leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Lösung eines der grössten schulpolitischen Probleme der letzten Jahre, des Mangels an Lehrpersonen. Dass – demografisch gesehen – nun schon bald kleinere Jahrgänge eingeschult werden, wird zur Behebung des Mangels beitragen, aber vorerst nur in der Primarschule.
«Veränderungen müssen auf ihren Sinn hin befragt, klug geplant und mit den Betroffenen produktiv umgesetzt werden.»
Veränderungen zeigen sich insbesondere auch personell: in den Pensionierungen und anderen Weggängen, aber vor allem in den Neueinstellungen. Neues Personal wird die Hochschule verändern, nicht von heute auf morgen, aber inkrementell, Schritt für Schritt. Dies gilt insbesondere für die Hochschulleitung: Mit Steve Jürkel, der sein Amt als Verwaltungsdirektor Anfang 2024 angetreten hat, mit Barbara Kohlstock, die seit dem Herbstsemester 2024 für die Weiterbildung und die Dienstleistungen verantwortlich ist, und schliesslich mit Andrea Schweizer, der neuen Rektorin ab Januar 2025, verändert sich die Hochschulleitung wesentlich.
Aber auch die Schulen und der Unterricht verändern sich weiter. Aus- und Weiterbildung sind deshalb stetig herausgefordert, sich auf neue Entwicklungen einzustellen. Nach wie vor ist dabei ein wichtiges Thema die Digitalisierung, die auf allen Ebenen voranschreitet. Auch wenn sich inzwischen die mitunter auch übertriebenen Hoffnungen in mediale Transformationen etwas ausgekühlt haben und der pädagogischen und didaktischen Gestaltung der Technologien grössere Beachtung zukommt, bleibt das Einüben des Umgangs mit digitalen Medien eine wichtige Aufgabe der Schule – und damit der Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen.
Letztlich hat sich auch die Raumsituation der PH verändert. Heute werden eineinhalbmal so viele Studierende in den Gebäuden an der Europaallee ausgebildet wie bei der Eröffnung des Campus. Nach der Standortzentralisierung der gesamten staatlichen Lehrerinnen- und Lehrerbildung im Kanton Zürich 2012 ist nun ein umgekehrter Prozess eingeleitet worden: Ein Teil der PH ist neu am Standort Leutschenbach untergebracht, unter anderem das auf didaktische Innovationen zielende Collaborative Learning Lab.
Veränderungen sind nicht immer erwünscht, können Ängste und Verunsicherungen auslösen, stören den Alltag und die Routinen. Veränderungen und Innovationen sind deshalb nicht Werte an sich. Sie müssen auf ihren Sinn hin befragt, klug geplant und mit den Betroffenen produktiv umgesetzt werden. Mit der neu zusammengesetzten Hochschulleitung und dem grossen Engagement des Personals hat die PH Zürich hierfür gute Voraussetzungen für 2025 und darüber hinaus.
Die zuständigen Mitglieder des Fachhochschulrats im neu eingesetzten Finanz- und Risiko-Komitee der PH Zürich haben die Jahresrechnung 2024 zuhanden des Fachhochschulrats beurteilt.