Vorwort
Fachhochschulrat
Eine neu zusammengesetzte Hochschulleitung, eine veränderte Standortsituation und eine angespannte Finanzlage, nach wie vor Mangel an Lehrpersonen – wenn auch nachlassend – und die sich ankündigende Zusammenführung der Hochschule für Heilpädagogik mit der PH Zürich als Herausforderungen, anhaltende bildungs- und gesellschaftspolitische Debatten um Inklusion und den sinnvollen Umgang mit Digitalisierung in der Bildung … Der Umgang mit diesen und anderen Herausforderungen erfordert immer wieder Dialogbereitschaft und setzt Dialogfähigkeit voraus. Dialog ist ein Weg der Bildung und Dialogfähigkeit ein wichtiges Bildungsziel, sowohl für die Studiengänge der PH Zürich als auch mit Blick auf ihren gesellschaftlichen Auftrag und die Entwicklung der Hochschule selbst.
Der Dialog als Austausch zwischen Personen «durch die Rede» ist für die Hochschullehre zentral. Dabei geht es um die Vermittlung und Aneignung von Inhalten – aber auch um mehr. Im Dialog ist es möglich, unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen, eigene Perspektiven einzubringen und gemeinsam an relevanten Fragen zu arbeiten. Viele Methoden in der Hochschullehre betonen daher den Wert dialogischer Elemente, vom «Gruppenpuzzle» über die «Murmelrunde» bis zum «Flipped Classroom». Die Lehrenden an der PH Zürich nutzen solche dialogischen Formen in den Studiengängen, der Weiterbildung und ihren Dienstleistungsangeboten für Schulen und tragen damit zu einer hohen Bildungsqualität bei.
Es scheint ein breiter gesellschaftlicher Konsens darüber zu bestehen, dass Dialog wichtig (und möglich) ist.
Dialog ist aber nicht nur ein Weg, sondern auch ein Ziel von Bildung. Gerade für die Volksschule ist Dialogfähigkeit eine wichtige Zielvorgabe, so etwa die im Lehrplan 21 als überfachliche Kompetenz beschriebene «Dialog- und Kooperationsfähigkeit». Aber auch auf der Sekundarstufe II fehlen dialogbezogene Zielvorgaben nicht. So finden sich im neuen Rahmenlehrplan für Gymnasien etwa die «Allgemeinen Sprachkompetenzen» und die «Dialogfähigkeit» sowie in den Rahmenlehrplänen für Berufsfach- und -maturitätsschulen die «Informations- und Kommunikationsstrategien», die «Kommunikationsfähigkeit» oder die «Konfliktfähigkeit».
Fähigkeiten, die ein dialogisches Miteinander im privaten Umfeld, in Politik und Gesellschaft sowie in der Arbeitswelt ermöglichen, ziehen sich wie ein roter Faden durch das Schweizer Bildungssystem. Es scheint ein breiter gesellschaftlicher Konsens darüber zu bestehen, dass Dialog wichtig (und möglich) ist und dass es zum Wohle der Gesellschaft und der/des Einzelnen eine Aufgabe öffentlicher Bildung ist, dazu zu befähigen.
Die erwähnten Herausforderungen verweisen auf die Bedeutung des Dialogs und darauf, wie wichtig es ist, im Gespräch zu bleiben, auch über die Entwicklung der eigenen Hochschule. Unterschiedliche Beteiligte vertreten dabei durchaus unterschiedliche Positionen. Umso wichtiger ist der Dialog innerhalb der Hochschule sowie mit den Partnerinnen und Partnern in Praxisfeldern, Politik und Gesellschaft. Hier ist die PH Zürich unter der Leitung von Prof. Dr. Andrea Schweizer mit zahlreichen Diskussions- und Informationsanlässen und reger Beteiligung auf einem guten Weg!
Im Namen des Fachhochschulrates danken wir allen Mitarbeitenden, die auch im vergangenen Jahr ihre Dialogfähigkeit unter Beweis gestellt haben und mit ihrer Dialogbereitschaft zur positiven Entwicklung der Pädagogischen Hochschule Zürich beigetragen haben!

