Jahresbericht
Highlights, Projekte, Events
Leistungsberichte
Digitaler Wandel
Der digitale Wandel ist in der Schule allgegenwärtig. Drei Fachpersonen aus Aus- und Weiterbildung sowie Forschung stellen aktuelle Projekte und Entwicklungen an der PH Zürich vor.

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«Die App stellt Wege vor, den eigenen Handlungsspielraum in stressigen Situationen besser zu nutzen.»

Barbara Getto
Professorin für Medienbildung im Forschungszentrum Bildung und Digitaler Wandel der PH Zürich.
Professionalisierung im Kontext von Bildungsgerechtigkeit und Digitalisierung
Die Digitalisierung durchdringt alle Bereiche der Gesellschaft und stellt das Bildungssystem vor komplexe Herausforderungen. Um diese zu bewältigen, bedarf es einer Auseinandersetzung mit digitalen Technologien sowie der Entwicklung von Lösungen, die Transparenz und Verständnis fördern.
Die Verantwortung für den digitalen Wandel liegt jedoch nicht bei der Technologie selbst, sondern wird von der gesamten Gesellschaft und insbesondere vom Bildungssektor getragen. Dies erfordert Veränderungen in der Professionalisierung von Lehrpersonen. Trotz dieser tiefgreifenden Veränderungen ist bislang nur wenig gesichertes Wissen darüber verfügbar, welche Herausforderungen und Risiken sich aus der Digitalisierung für die Unterstützung der Lernprozesse in der Schule ergeben.
Insbesondere fehlen fundierte Erkenntnisse zur Frage der Bildungsgerechtigkeit: Wie können Schulen und Lehrpersonen digitale Lernumgebungen so gestalten und Technologien einsetzen, dass sie die individuellen Potenziale der Schülerinnen und Schüler fördern – unabhängig von deren sozialem oder familiärem Status? Das 2024 unter Leitung der PH Zürich und der ETH Lausanne mit Mitteln der Stiftung Jacobs Foundation gegründete Schweizer Forschungskonsortium «Digital Education for Equity in Primary Schools» (DEEP) untersucht, wie ein gerechter digitaler Wandel an Schweizer Primarschulen gelingen kann. Das Projekt «DEEP Professionalization» erforscht dabei die notwendigen Kompetenzen bei Lehrpersonen für erfolgreiches Agieren im Kontext der Digitalisierung, insbesondere hinsichtlich der Bildungsgerechtigkeit. Ziel ist es, die positiven Potenziale der digitalen Transformation für alle Primarschülerinnen und -schüler zu maximieren und Risiken zu minimieren.

Yves Mühlematter
Bereichsleiter auf der Primarstufe der PH Zürich.
«Wir verbanden Lehren und Lernen im Unterricht vermehrt mit digitalen Tools.»
Bildungswege
Berufliche Laufbahnen verlaufen heute äusserst vielfältig – auch in der Schule. Die PH Zürich unterstützte und untersuchte diese Bildungswege im Berichtsjahr mit verschiedenen Angeboten und Forschungsprojekten.

Oxana Ivanova Chessex
Dozentin im Forschungszentrum Kindheiten in Schule und Gesellschaft der PH Zürich.
«Manche Eltern müssen für sich erst gangbare Wege erschliessen, um die Bildung ihrer Kinder unterstützen zu können.»

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«Wir haben im Berichtsjahr die Möglichkeiten für Quereinsteigende erweitert.»

Brigitte Gardin-Baumann
Leiterin Weiterbildungszentrum Person und Profession der PH Zürich
Vielfältige Angebote für den persönlichen Bildungsweg
Berufliche Laufbahnen verlaufen heute äusserst vielfältig und längst nicht mehr nur linear. In vielen Berufsbranchen sind ein später Ein- beziehungsweise Wiedereinstieg oder eine Neuorientierung innerhalb des angestammten Berufsfeldes gang und gäbe – so auch in der Schule. Die PH Zürich hat im Berichtsjahr mit einem breiten Weiterbildungsangebot die persönlichen Bildungswege von Personen unterstützt, die sich neu im Schulfeld engagieren möchten oder bereits hier tätig sind, etwa mit Beratungen für Wiedereinsteigende oder mit massgeschneiderten Laufbahnberatungen für Lehrpersonen. Beim Angebot für einen Wiedereinstieg in den Lehrberuf wird auf der Grundlage einer Standortbestimmung geklärt, welche Unterstützung notwendig ist. In Laufbahnberatungen besprechen unsere Fachpersonen mit den Lehrpersonen oder Schulleitungen deren Interessen, Kompetenzen und Entwicklungswünsche und es wird die Realisierung geplant.
Ein wichtiges Instrument bildet hier unser kostenloses Beratungstelefon, das Interessierte niederschwellig für einen Erstkontakt nutzen können. Im Berichtsjahr wurde dieses Angebot rund 400 Mal in Anspruch genommen. Das Beratungstelefon steht auch Personen aus anderen Berufsfeldern offen, die sich für eine Tätigkeit im Schulfeld interessieren. Besonders stark nachgefragt waren hier die Angebote für Schulassistenzen oder für einen Quereinstieg als Schulleitende. Insgesamt nahmen 2024 rund 300 Personen an einem der angebotenen Kurse für Schulassistentinnen und -assistenten teil. Zudem standen im Berichtsjahr weiterhin die Unterstützungsangebote für Personen ohne Lehrdiplom im Programm, etwa mit Inputs für die Unterrichtsplanung oder gezielten fachlichen Impulsen.
International
Die PH Zürich ist international breit vernetzt und führt Bildungsprojekte mit Vertretungen verschiedenster Länder durch. PHZH-Expertinnen stellen drei im Berichtsjahr aktuelle Engagements und Projekte vor.

Friederike Hoch
Leiterin International Office der PH Zürich.
Den internationalen Austausch weiter gestärkt
Die PH Zürich hat in den vergangenen Jahren den Kontakt mit ausländischen Bildungsinstitutionen laufend ausgebaut und ist heute international hervorragend vernetzt. Inzwischen pflegen wir den Austausch mit rund 100 Partnerhochschulen in mehr als 40 Ländern weltweit. Seit der Gründung der PH Zürich haben insgesamt rund 1400 angehende Lehrpersonen die Möglichkeit eines Mobilitätssemesters an einer Partnerhochschule genutzt. 2024 war ein äusserst erfolgreiches Jahr. Knapp 100 PHZH-Studierende konnten ein Austauschsemester absolvieren und fast ebenso viele Studierende von Partnerhochschulen nahmen an einem Semesteraustausch an der PH Zürich oder einem Kurzprogramm teil. Die dreiwöchige Summer School im Juni und Juli 2024 verzeichnete dabei einen Rekord mit über 40 Teilnehmenden aus 12 Ländern und Studierenden der PH Zürich.
Nicht nur bei den Studierenden sind 2024 die Mobilitäten angestiegen, auch bei den Mitarbeitenden hat wieder deutlich mehr Austausch stattgefunden. Während des Austauschs entwickeln sich die angehenden Lehrkräfte fachlich, sprachlich und persönlich weiter. Durch einen mehrmonatigen Aufenthalt in einem kulturell anderen Umfeld und persönliche Erfahrungen mit Fremdsein und Sprachbarrieren erwerben sie wertvolle interkulturelle Kompetenzen. In Schulen mit vielen Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund sind Lehrkräfte, die über interkulturelle Fähigkeiten verfügen, besonders gefragt. Sie können umsichtig mit der Vielfalt an Kulturen, Religionen und Sprachen umgehen und verstehen die Herausforderungen, die Kinder mit Migrationshintergrund im schulischen Alltag erleben. Dadurch sind sie in der Lage, den Unterricht an die Bedürfnisse dieser Kinder anzupassen und kompetent mit den Eltern zu kommunizieren.

Corinna Borer
Dozentin in der Abteilung Internationale Bildungsentwicklung der PH Zürich.
«Die Studierende konnten in einem direkten Austausch mit internationalen Bildungsinstitutionen Erfahrungen sammeln zum Thema Unterrichtsqualität.»

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«Wir konnten ein internationales Forschungsnetzwerk aufbauen, das uns beim Austausch unserer Erkenntnisse zum Thema Tagesschulen unterstützt.»